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A painting or nice print will come soon!

 


The First 'Rescue' of Portugal from the Hands of the Eagles

No mere caprice induced Napoleone Bonaparte to take a step which had - in the very end - such disastrous consequences for himself and his dynasty: The extension of the dominions of his house was necessary to his system; and he never scrupled to do whatever in his judgement was likely to enlarge and consolidate his empire.

The order to form a Corps of Observation at Bayonne was given on 29th July, 1807, its objective being then Portugal. On 19th August, Marshal Junot was named commander of this force, and on 12th October the marshal was directed to march for Lisboa. These dates are anterior to the treaty of partition signed at Fontainbleau at the end of the same months October, and show that Napoleon's policy applied to the Peninsula had long been designed.

Junot, at the head of a Franco-Spanish army easily occupied Portugal, the Braganza family together with all the riches of their crown, fled to their colony Brazil on his approach. In a like manner the several corps sent in Junot's wake into Spain immediately seized the country's greatest forteresses, and Joachim Murat was mater of Madrid in March. The King of Spain was induced to cede his throne to Napoleon by a sequestration of the whole family and speedy envoy to the chateau of Prince Talleyrand -Valençay. At one, Joseph Bonaparte, former King of Naples and eldest brother to the Emperor of France found him selve ordered to fill in the void left by the 'departure' of the Spanish Bourbons. But even before he entered his new capital the severe represion of a furious revolt in Madrid having set the country aflame (Dos de Mayos) , the enraged Spaniards raising and taking the field in every province. This, the Spanish defeat  at Rio Seco ( Cuesta and Blake lost to Bessières) and the Spanish victory at Baylen (Castaños molested Dupont badly) where the stageset for Arthur Wellesley's first landing on the Peninsula.

Although there was this difficult situation, that in fact they have been at war with Spain for three years, England -after Napoleon's betrayal of an ally- suddenly heartily (and lavishly) supported the Spaniards, giving them arms, ammunition, clothing and money in abundance and finaly sending her Army, she began her great and sustained conflict on land with the enormous power of France:

A small force collected at Cork in Ireland for another purpose (a foolish idea of beating the tyrant of the Old World by overturning his fellows in the New World of South America!) suddenly turned upon the Peninsula, it numbered less then ten thousand men. General Wellesley, embarking already in July, preceeded his fleet of transports and landing on Spanish shores at La Coruña, examined the state of affairs himself. Arthur had the option of operating either in Spain or in Portugal, and he selected the latter because Napoleon had obliged Junot to detach some troops and that marshal therefor could no longer depend upon his Spanish auxiliary troops. Resolvingto land forthwith at Mondego Bay, Wellesley ordered his dry-nurse Sir Brent Spencer (the Horse Guards did not trust young Sepoy-Generals then!) to bring up his division from Cadiz as soon as possible, and prepared to face the conqueror of Portugal.

When off the coast at the begining of August he learned that his army was to be reinforced by Sir John Moore's division, then in Sweden, and some thousand redcoats from England:"Several general officers senior to me," he wrote to the Duke of Richmond with some amertume,"had been ordered to sail, and Sir Hew Dalrymple from Gibraltar to command the whole army....I hope", he added",that I shall have beat Junot before any of them arrive, and then they will do as they please with me!" Already as a young officer in India Arthur could not gladly stomach superiors he believed less competent then he was himself. Hew Dalrymple's reputation was not glorious! It was explained to the victor of Assaye that the troops under order where too many for a mere 38-years old Major-General. Although the ministers at London would have trusted the man, who at hardly 30 years of age had conquered for them an enormous piece of India, but the customs of the service and prejudices of the Horse Guards were too strong for them.

Arthur, when writing to his friend and protector Richmond, had measured his risk and was prepared to incure it!


A chapter from my forthcoming novel 'Adler und Leopard' - General Wellesley sets foot on a distant shore!

(From 3.Chapter-Landung in Portugal Part 2, 'Adler und Leopard')

Der Strand schien endlos. Er war mit feinem Sand bedeckt, der wie Gold schimmerte. Lange Gräser und kleine, hellblaue Blumen wuchsen auf den Dünen. Die Mündung des Mondego war ein schmaler Trichter. Zur Linken konnte man eine halbverfallene, steinerne Festung aus der Zeit der maurischen Besetzung der Iberischen Halbinsel erkennen. Zur Rechten lag das Dorf Figueira, ein ruhiges Örtchen, dessen Bevölkerung vom Fischfang lebte und davon, daß es ein regionaler Marktplatz war. Doch die Brandung und die Geographie der Mondego- Bucht war so ungünstig, daß Figueira sich nicht zu einer Hafenstadt, wie Peniche oder gar Oporto entwickelt hatte. Das Wetter war wunderbar und es schien, als ob die Sonne die englischen Truppen in Portugal begrüßen wollte. Der Atlantik verschonte die Soldaten mit seinen legendären Regenstürmen. Trotzdem war die Überfahrt von den Schiffen an den Strand stürmisch. Wie Korken tanzten die Boote auf den Wellen. Das Wasser schwappte über die hölzernen Borde. Die Soldaten saßen, Gewehr zwischen die Knie geklemmt, Tornister unter die Beine geschoben auf den Bänken der Boote und zogen die Köpfe ein, um nicht ganz so naß zu werden, während braungebrannte, zähe Seeleute sie mit kraftvollen Ruderschlägen zum Strand hin ruderten. Arthur war an Bord des ersten Landungsbootes gewesen und total durchnäßt. Er hatte am Heck gestanden und nach Portugal hinübergeblickt. Der General war jung genug, um seine Aufregung und Freude über dieses Abenteuer nicht zu verbergen. Jetzt hatte er Hemd und Jacke ausgezogen in den Sand gelegt. Die beigefarbenen, ledernen Reithosen würden am Körper trocknen. Drei Wochen auf See hatten seine Haut fast schwarz gefärbt. Nur die alten Narben aus den Maratha-Kriegen hoben sich als weiße Stellen auf Rücken und Brust ab. Die Sonne hatte seine kurzen, dunkelbraunen Haare gebleicht, sie schienen fast blond. Von einem großen Stein aus, den er für sich als halbwegs trockene Sitzgelegenheit entdeckt hatte, beobachtete er die Ausschiffung seines Feldheeres. Die Schiffe auf der tiefblauen See draußen, waren ein Anblick, wie auf einem Gemälde. Solide wie Festungen und trotzdem schienen sie schwerelos auf dem Wasser zu schweben. Großen, weißen Segel flatterten im Wind und hielten die Transportschiffe in ihren Positionen. Sechs schnelle Kriegsschiffe, die die Landung von See her schützten, kreuzten weit draußen am Horizont. Sie trugen berühmte Namen, ihre Kapitäne hatte unter Nelson bei Kap Trafalgar gekämpft. Durch sein Fernglas konnte Arthur die goldenen Gallionsfiguren der Schiffe erkennen, die dem Strand am nächsten ankerten. Von Zeit zu Zeit sah er eine weiße Wolke aus einem der Schiffe ausbrechen. Sekunden später konnte man einen dumpfen Ton durch das Tosen der Brandung wahrnehmen: Ein Kanonenschuß, als Zeichen für das nächste Lastschiff, die Landungsboote zu Wasser zu lassen. Die Atlantikbrise ließ den Sand in einer leichten Wolke über die Dünen fliegen, die Wellen mit ihren weißen Kronen rollten über das schwarze Wasser, in eine tiefblaue und dann in eine grüne Zone, bevor sie sich entweder am Strand verliefen, oder die Mondego-Mündung hinauf gurgelten. Dieser Anblick wurde untermalt von Lärm der See und der Wellen, ein endloses, dumpfes Brummen, daß an eine Baßtrommel erinnerte. In diesem Augenblick verspürte der General ein unbeschreibliches Gefühl des Glücks: Befriedigung über sein Kommando und den Auftrag seiner Regierung, den Korsen endlich in die Schranken zu weisen, Euphorie wegen des Widerstandsgeistes seiner Verbündeten und Stolz auf die feinen Infanteristen, aus denen sein Expeditionskorps hauptsächlich zusammengesetzt war. Außerdem war er in seinem Innersten erleichtert, daß es trotz dieses Feldzuges keine Trennung von Sarah hatte geben müssen. Für einen kurzen Moment wendete er seinen Blick von der See der jungen Frau zu. Er mußte schmunzeln. In einem fast schon trockenen, weißen Hemd und langen Baumwollunterhosen, saß sie neben seinem Stein im Sand und versuchte verzweifelt, Seetang aus ihrem tropfnasen Haar zu entfernen. Sie hatte an Land schwimmen müssen und dabei ihren Kollegen Hume mitgezogen. Der arme Schotte wäre beinahe ertrunken, denn die größte Welle hatte prompt das Landungsboot zum Kentern gebracht, in dem die abenteuerlustigen Zivilisten saßen. Leise fluchte Sarah vor sich hin: "Abschneiden sollte ich diese Dinger. Zum Teufel mit diesem unnützen Ballast weiblicher Eitelkeit!"

Bei der Landeoperation waren nur fünf unglückliche Soldaten ertrunken. Der größte Teil der Pferde tobte bereits über die Dünen und die Kavalleristen rannten ihren Rössern hinterher, um sie wieder einzufangen. Die übrigen Tiere standen noch bis zum Bauch im Wasser, doch sie wieherten laut. Vielleicht waren sie ja glücklich, wieder festen Boden unter den Hufen zu spüren. Portugiesische Fischer und die englischen Seeleute hatten viele der Soldaten vor dem Ertrinken gerettet, indem sie sie an Land getragen hatten. Die Wäscherinnen der Truppe kochten in großen Kesseln bereits Wasser für den Tee und die durchnäßten Uniformen der Männer lagen in langen rot - blau - weißen Reihen auf den Dünen ausgebreitet, um zu trocknen. Portugiesische Frauen waren aus Figueira gekommen, um die Soldaten Seiner Majestät willkommen zu heißen. Sie boten ihnen aus großen Körben Obst und Brot an. Sarah stupste Wellesley mit dem Finger in die Seite: " Sieh mal, da hinten! "

Frederick Ponsonby rannte, nur mit einer langen Unterhose bekleidet und barfuß seinem großen, grauen Pferd laut schreiend durch die Dünen hinterher. Das Tier war über das Ende der Reise und seine Landung auf festem Boden so glücklich, daß es Bocksprünge machte, wie ein Fohlen und wild nach seinem Herrn ausschlug. Wellesley schüttelte den Kopf und zog die Brauen nach oben, während Ponsonby einige Meter hinter ihm, ganz außer Atem hervor preßte: "Rosemary, warte! Komm doch zu Herrchen! Komm mein kleines Pferdchen!" Sarah prustete durch die vorgehaltene Hand: " Ich wußte gar nicht, daß Freddys stolzes Schlachtroß einen so niedlichen Namen hat! Rosemary! Wie hübsch und passend für diese 600 kg Muskeln und Knochen!"

" Lästere nicht über Freddys armen Grauen, Kleine! Sieh lieber mal nach links!" Arthurs Hengst biß und schlug wild um sich, während John Dunn und ein Soldat verzweifelt versuchten, Kopenhagen zu bändigen, ohne den Strick loszulassen, der an seinem Halfter festgebunden war. Die Augen des Tieres rollten. Man konnte schon von Weitem das Weiße in ihnen erkennen. Das Pferd hatte Schaum vor dem Maul, als es die beiden Männer durch den Sand schleifte.

" Ein echter Dämon! Du solltest den beiden vielleicht helfen, Arthur!" Wellesley schüttelte belustigt den Kopf: "Ich finde es viel interessanter, dieses Spektakel zu betrachten. Außerdem wollte mein alter John seinen Anteil an unserem Abenteuer. Der Kampf mit einem feuerspeienden Ungeheuer ist da ein guter Auftakt."

Am nächsten Morgen sollten weitere viertausend Soldaten unter General Brent Spencer angelandet werden und das Truppenkontingent aus Madeira würde in den nächsten drei Tagen in der Mondego-Bucht eintreffen. Alles in allem würde Arthurs gesamtes Feldheer innerhalb von acht Tagen marschbereit sein. Die Nacht senkte sich über den Strand und überall brannten Lagerfeuer. Die Soldaten hatten ihre Gewehre jeweils zu sechst zusammengestellt und sich um einen der Kessel gesetzt. Die Temperatur war angenehm und alle würden gut im sauberen, weichen Sand schlafen, bevor Wellesley sich morgen um die Einquartierung seiner Offiziere und Männer in und um Figueira kümmern sollte. Sie aßen zufrieden ihr Abendessen, tranken Tee oder Brandy. Ein Stimmengewirr klang durch die Nacht. Einige der Männer sangen, zwei der schottischen Pfeifer spielten auf ihren Dudelsäcken, irgendwo strich jemand seine Fidel. Man hörte das Lachen der Frauen, die ihre Männer begleiteten oder als Wäscherinnen für die Regimenter arbeiteten. Bob Craufurd, Rowland Hill, Peregrine Maitland, Sarah und Arthurs junge Adjutanten Somerset und Burgersh hatten sich an einem der Feuer zusammengefunden und plauderten. Wellesley ging den Strand entlang an den Lagerfeuern seiner Soldaten vorbei um sicher zu sein, daß es ihnen an nichts fehlte. Mit der Hand gab er einigen Soldaten, die ihn erkannten und vor ihrem Kommandeur aufstehen wollten, um zu salutieren, ein Zeichen, sitzen zu bleiben: " Ruht Euch aus, Männer. Die Überfahrt war anstrengend. Ist alles in Ordnung, habt Ihr alles, was Ihr braucht?" Ein alter Soldat aus der 33.Infanterie, der mit Wellesley in Indien, Hamburg und Dänemark gewesen war, hielt dem General eine Tasse hin: " Möchten Sie etwas Tee, Mylord? " Arthur nahm die Gabe dankend entgegen: " Gerne Sergeant Howard! Ist Ihnen die Zeit zu hause auch schon zu lange geworden? Die guten Tage von Assaye, Argaum und Gawilghur liegen schon eine Weile zurück!" Der Mann war stolz, daß der General sich an seinen Namen erinnerte: " Mylord, das 33. Regiment freut sich, wieder unter Ihnen zu dienen!" Die Soldaten rückten zusammen, um ihrem General Platz am Feuer zu machen und er setzte sich eine Weile zu ihnen. Man bot ihm zu essen an, doch er lehnte mit einem Lächeln ab. Die Männer, die bereits unter dem jungen Offizier gedient hatten, wußten, daß sich hinter seinem strengen und unnahbaren Äußeren ein anständiger Mensch verbarg, der ehrlich um ihr Wohl besorgt war. Sie respektierten ihn sehr und hatten sogar eine Art Zuneigung zu ihm entwickelt. Sie hatten festgestellt, daß man mit Wellesley besser zurecht kam, als mit vielen Offizieren, die sich leutselig gaben, aber in einem Anfall von Überheblichkeit ungerecht und herablassend werden konnten. Wellesley war fast immer distanziert und oft kalt, doch trotz der Barrieren zwischen den Offizieren und den einfachen Soldaten, die in der englischen Armee etabliertes Gesetz waren, behandelte er die Männer höflich und ohne jede Arroganz. Er war ruhig und beherrscht und strafte nie grundlos. Außerdem hatte er nicht die dumme Angewohnheit vieler anderer Offiziere, mit dem Leben seiner Truppen zu spielen und sie sinnlos ins Unglück oder in den Tod zu schicken, als ob sie nur leblose Zahlen auf einem Stück Papier währen. Die Soldaten vertrauten seinen Fähigkeiten als Kommandeur und waren bereit, für ihn durchs Feuer zu gehen. Bevor Arthur von ihnen Abschied nahm und zum nächsten Feuer weiterging, bat er sie: " Die 33.Infanterie wird den anderen Regimentern ein Beispiel sein, Männer! Ich möchte stolz auf Euch sein! Also, keine Plünderungen und kein schlechtes Benehmen unseren portugiesischen Verbündeten gegenüber! Dieses Volk soll uns schließlich im Kampf mit dem Korsen unterstützen und nicht in Angst vor meinen Rotröcken leben. Benehmt Euch, wie es sich für die beste Infanterie Seiner Majestät ziemt und ich verspreche, daß die Preisgelder nicht knapp bemessen sein werden!" Sergeant Howard blickte in die Runde ums Feuer. Die anderen Unteroffiziere nickten zustimmend. Dann wandte er sich Arthur zu: " Sie können sich, wie immer, auf Ihr altes Regiment verlassen, Mylord!"

" Ich weiß Howard ! Ich weiß ! Ihr werdet nicht lange auf Euren ersten Franzosen warten müssen!"

Bob Craufurd, ein kleiner, zäher Mann mit schwarzem Schnurbart und dunkler Haut, griff nach der Metallkanne und nahm sie vom Feuer: " Möchten Sie noch ein wenig Tee, Dr.Lennox? Ich habe Ihnen zugesehen, wie Sie den unglücklichen Dr.Hume an Land gezogen haben. Wo haben Sie nur so gut schwimmen gelernt?" Sarah hielt ihre Tasse hin und Craufurd goß ein: " Zuhause in Irland. Wir haben nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt gewohnt und mein Vater hat allen Kindern das Schwimmen beigebracht." Trotz seiner rauhen Schale, war Craufurd ein umgänglicher Mann, der gerne schwatzte. Er fand Sarah sympathisch und es machte ihn neugierig, zu erfahren, wie die Tochter eines der einflußreichsten Männer Englands, als Feldchirurg bei der 90.Infanterie gelandet war: " Und wie wurde die Tochter des Herzogs von Richmond Arzt, Lady Sarah?"

" Ganz einfach, Craufurd. Ich habe vier Jahre lang fleißig an der Sorbonne in Paris studiert und ein Jahr lang an meiner Doktorarbeit herumgebastelt. Eines Tages hat man mir dann, nach peinlichem Verhör und bestandenem Examen, ein Diplom in die Hand gedrückt!" Black Bob lachte laut und wandte sich Hill zu: " Du hast nicht nur einen Arzt, sondern auch noch eine schlagfertige Lady in Deiner Truppe. Ich werde in Zukunft keine dummen Fragen mehr stellen!"

" Ich habe mir den besten Mediziner für meine Truppe ausgewählt, Bob und die klügste Frau von ganz England. Sarah hat gemeinsam mit Professor McGrigor sogar ein Buch geschrieben! Ich hab’s von Anfang bis Ende gelesen und kein Wort verstanden, aber mir ist speiübel geworden, als ich die Bilder angesehen habe! " sagte Hill stolz und legte seine Hand auf den Arm der jungen Frau. Sarah war unter ihrer Sonnenbräune leicht errötet. In den letzten zwei Jahren hatte sich zwischen ihr und Rowland eine tiefe Freundschaft entwickelt. Wellesley war zu der Gruppe getreten. Die Offiziere standen auf und salutierten vor ihrem Kommandeur, Sarah beugte leicht den Kopf: " Gestatten die Herren mir, Dr.Lennox eine Weile aus dieser Gesprächsrunde zu entführen?" Er hielt ihr den Arm hin. Gemeinsam gingen beide an die See hinunter: " Wie gefällt es Dir bei uns, abenteuerlustiger Doktor? Was hältst Du von meinen rauhen Gesellen?"

" Ich mag sie, Arthur! Und es gefällt mir, Dich so glücklich zu sehen! Du hast mir heute vielleicht die Antwort auf eine Frage gegeben, die ich Dir vor langer Zeit einmal gestellt habe." Wellesley breitete seine blaue Jacke im Sand aus und gebot der jungen Frau, sich zu setzen. Er selbst legte sich neben sie, auf den Boden: "Was Du heute gesehen hast, Kleines, ist die angenehme Seite unseres Berufs! Die über die ich Dir auch immer so bereitwillig erzählt habe." Der Offizier hatte die Arme unter dem Kopf verschränkt und sah zu den Sternen hinauf. Der Sommerhimmel war klar. Sarah strich ihm mit der Hand sanft über das kurze Haar: " Die Lagerfeuer, die Kameradschaft, das Abenteuer! Ich weiß, was Du mir erklären möchtest, Sepoy-General!"

" Leider wirst Du schon bald mit der dunklen Seite des Soldatenhandwerks Bekanntschaft machen müssen. Die Seite, über die ich nie sprechen konnte: Es gibt sicher nur eine Sache auf der Welt, die noch trauriger ist, als eine siegreiche Schlacht. Das ist eine verlorene Schlacht. Ich habe dies alles in Indien mitgemacht, Sarah. Die Alpträume von Assaye verfolgen mich noch heute in der Nacht. Das einzige Gefühl, daß ich je am Ende einer siegreichen Schlacht verspürt habe, war maßlose, emotionale und körperliche Erschöpfung. Es gab in meiner Laufbahn Augenblicke, in denen ich froh gewesen wäre, wenn der Tod mich von diesem Gefühl erlöst hätte. Die jungen Männer, wie Burgersh oder Somerset sehen nur das Abenteuer und den Ruhm, die hübsche Uniform, die auf einem Ball, die Damen der Gesellschaft wunderbar beeindruckt. Ich weiß bis heute nicht, ob ich für mein Soldatenhandwerk die richtige Seele habe! "Sarah hatte sich dichter hinter den jungen General gesetzt und seinen Kopf auf ihren Schoß gebettet. Ihre schlanken Arme umfaßten seine Schultern: "Als Arzt habe ich schon oft eine ähnliche Erfahrung machen müssen, Arthur! Man bringt Dir einen Patienten und Du kämpfst um ihn, mit allen Mitteln, die Deine Ausbildung, Deine Erfahrung und die Wissenschaft Dir in die Hände gelegt haben. Und am Ende verlierst Du ihn trotzdem, denn das Schicksal, oder Gott wollten Deinen Sieg nicht und Du spürst nur noch Deine eigene Hilflosigkeit."

" Kleines Mädchen, Du und Hill, Ihr könnt Euch mit Eurem Gott trösten und dem Glauben, daß es nach dem Tod ein ewiges Leben gibt. Ich habe meinen Glauben vor langer, langer Zeit verloren. An meinem Schwert klebt zuviel Blut, als daß sich noch irgend jemand meiner Seele erbarmen könnte. Und wenn ich meine toten Soldaten sehe, sehe ich nur ein großes Nichts, daß sich vor den Hoffnungen, Wünschen und Gefühlen dieser Männer auftut. Welchen Trost schöpfen sie aus der Gewißheit heldenhaft für ihr Land gefallen zu sein? Das alles ist so sinnlos, Sarah und es gibt keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung für die leblosen Körper, die ein blutiges Feld am Ende einer Schlacht bedecken." Die junge Frau küßte den General sanft auf den Mund um ihn am Weitersprechen zu hindern. Er zog sie fest in seine Arme. Die Soldaten und Offiziere seines Feldheeres waren weit weg, oben in den Dünen. Man konnte ihren Lärm nur noch ganz schwach durch das Tosen der Brandung vernehmen.

Am nächsten Morgen bezog der Generalstab sein Quartier in Lavaos, einem kleinen Nest, einige Kilometer landeinwärts. Admiral Charles Cotton hatte bereits eine Abteilung losgeschickt, um die Studenten von Coimbra in der Festung Figueira de la Foz zu verstärken und so von Land her die Ausschiffung der Truppen Sir Brent Spencers zu schützen. Die Schiffe lagen bereits in der Mondego-Bucht und warteten nur noch auf ein Signal des Oberkommandierenden, um die Boote zu Wasser zu lassen. Wellesley brachte seinen ersten Tag im Felde damit zu, seinen Transport zu organisieren, Lebensmittel für seine Soldaten einzukaufen und eine lange Proklamation an das Volk von Portugal zu verfassen, in der er ihnen versicherte, daß sein Feldheer gekommen war, um ihnen in ihrem Kampf gegen Frankreich beizustehen und nicht um sie, wie die Franzosen es so gerne taten, gnadenlos auszuplündern. Die Proklamation sollte im ganzen Land verteilt werden. Hierfür wollte Wellesley sich wiederum der Unterstützung der katholischen Kirche bedienen. Er bat seinen Adjutanten Burgersh zu sich: " Mein Junge, an Bord hatte ich keine Zeit, mit Ihnen über Ihre Aufgaben zu sprechen. Doch der Augenblick ist gekommen." Burgersh sollte, aufgrund seiner Sprachkenntnisse, nachrichtendienstliche Aufgaben wahrnehmen und sich gemeinsam mit Pater Robertson darum kümmern, daß der Kontakt zur Guerilla ausgebaut wurde. Außerdem beauftragte Arthur ihn damit, dafür zu sorgen, daß die Proklamation in ganz Portugal verteilt und öffentlich verlesen wurde. Der junge Offizier reagierte zuerst ein wenig enttäuscht. Er hatte sich vorgestellt, mit gezogenem Säbel in die Schlacht zu reiten und um Ruhm und Ehre mit den Franzosen zu ringen. Wellesley bemerkte die Enttäuschung in Burgersh’s Augen. Er sah ihn lange an: " Denken Sie einmal ganz ruhig und emotionslos über Ihre Affektation nach, junger Mann! Lassen Sie sich meine Befehle durch den Kopf gehen! Sie haben von mir einen Auftrag erhalten, der Ihnen sehr viel Spielraum für eigene Initiative läßt...." Plötzlich ging ein Lächeln über Burgershs Gesicht und seine roten Wangen wurden noch röter: " Sie haben eigentlich recht, Sir Arthur! " Kurz salutierte der junge Mann vor seinem Kommandeur und eilte aus dem Raum. Er hatte seine Aufgabe nur zu gut verstanden. Burgersh war von nun an ein Spion. Dieser plötzliche Enthusiasmus seines Adjutanten verursachte bei Wellesley Kopfschütteln. Jungen Offiziere waren doch alle irgendwie gleich. Für sie war der Krieg nur ein großes Abenteuer, ein Spielplatz, wie die grünen Flächen von Eton, auf denen sie sich mit anderen jungen Leuten im Rugby oder Kricketspielen gemessen hatten. Auf dem Schreibtisch des Generals lag noch ein Brief aus London. Ein Kurier hatte ihn bereits am Morgen gebracht, doch da er den Vermerk " Privat " trug, hatte Arthur beschlossen, ihn erst zu öffnen, nachdem er seine Arbeit für diesen Tag beendet hatte: " Mein Freund ! Wir haben Meldung erhalten, daß Junots Armee in Portugal stärker ist, als angenommen. Der Oberkommandierende der Streitkräfte hat aus diesem Grund beschlossen, daß Feldheer von 15.000 Mann auf 35.000 Mann zu verstärken. General Brent Spencer, der große Schwierigkeiten gehabt hat, sich mit der spanischen Junta in Cadiz zu einigen, hat hinter Deinem und meinem Rücken an Frederick von York geschrieben und um diese Aufstockung gebeten. Zusätzlich zu Moores 10.000 Mann werden noch einmal 5000 Mann aus anderen Garnisonen in England abgezogen und innerhalb der nächsten vier Wochen nach Portugal geschickt. Unser Herzog, unterstützt von seinen Hofschranzen in den Horse Guards, hat aus diesem Grund angeordnet, daß ein solch großes Feldheer nicht dem jüngsten Generalleutnant der Armee anvertraut werden könnte. Deswegen bereitet man nun alles vor, um Dir "professionellen Beistand " auf den Kontinent zu schicken. Der neue Oberkommandierende wird Sir Hew Dalrympel sein. Gleichzeitig schickt der Herzog von York noch Sir Harry Burrard, Fraser, Hope und Mackenzie los. Moore und Paget sollen ebenfalls übersetzen. Du wirst Dich somit lediglich an siebter Stelle in der Kommandohierarchie wiederfinden. Es tut mir sehr leid, aber weder Whitehall, noch Paget haben unserem Oberkommandierenden diese Dummheit ausreden können. Du kannst in den nächsten Tagen einen entsprechenden Brief von den Horse Guards erwarten. R.Castlereagh " Arthur war zutiefst bestürzt. An siebter Stelle in der Hierarchie bedeutete, daß er im besten Fall mit dem Kommando über eine Brigade rechen konnte. Hätte Castlereagh ihm geschrieben, daß Moore oder Paget ihm vor die Nase gesetzt worden seien, er hätte dies problemlos akzeptiert. Beide waren kompetente Soldaten, die er achtete. Doch Sir Hew Dalrympel hatte noch nie in seinem ganzen, langen Leben auf einem Schlachtfeld gestanden und Pulverdampf gerochen. Burrard hatte als junger Leutnant die letzte Schlacht des siebenjährigen Krieges mitbekommen und Fraser, Hope und Mackenzie gehörten bereits seit mindestens zwanzig Jahren in den Ruhestand. Mit solchen Offizieren würden die Franzosen gewiß nicht zu schlagen sein. " Dunn, John Dunn! " rief er laut und wütend. Schnelle Schritte eilten die Treppe hinauf. Man konnte deutlich das Holzbein des Sergeanten heraushören. Ein Klopfen an der Tür: "Mylord !" Der alte Mann salutierte. Arthur atmete mehrmals tief durch. Dunn war an den Idioten in London nicht schuld, deswegen war es nicht angebracht in einem solchen Kommandoton nach ihm zu brüllen: " John, wären Sie bitte so nett, Kopenhagen für mich zu satteln?" bat er ihn ruhig und mit einem besonders freundlichen Lächeln. Zehn Minuten später saß der General im Sattel. Am Tempo, in dem er Lavaos verließ, konnte Dunn erkennen, daß irgend etwas seinen Herrn sehr verärgert haben mußte. Eine große Staubwolke nebelte den Marktplatz der kleinen Stadt ein.

Am 10.August 1808 war das englische Feldheer marschbereit. Alle Truppen waren in der Mondego-Bay ausgeschifft worden und Arthur hatte mit seinen Offizieren Ordnung in den gesamten Aufruhr gebracht. Der Nachschub war - per Order des Kommandeurs - zumindest auf dem Papier zufriedenstellend organisiert, doch der General war leidlich zuversichtlich, daß alles auch in die Praxis umgesetzt werden würde. Er hatte dem Troßmeister-General geschworen, ihn ohne Kopf und in einem Krautfaß nach London zurückzuschicken, falls die Soldaten nicht bestens versorgt würden. Der Mann war durch Wellesleys ermutigende Aufforderung völlig verschreckt worden, und gehorchte auf das leiseste Kopfzeichen hin. Jeder im Feldheer wußte, daß Sir Arthur noch nie einen Schwur gebrochen hatte.

Arthur war mit seiner Wahl der Mondego-Bucht als Landungsort zufrieden. Er verfügte inzwischen auch über ausreichend Zugtiere für den Troß und die Artillerie. Der Bischof von Oporto hatte sein Versprechen eingehalten. Und der Jung-Spion Burgersh hatte sich seine ersten Sporen verdient: Er hatte bei einem seiner Erkundungsritte herausgefunden, daß sich nur vier Tagesmärsche von Lavaos entfernt, auf der Küstenstraße nach Obidos sechstausend Franzosen unter General Delaborde befanden, während etwas weiter im Landesinneren neuntausend andere Franzosen unter General Loison dabei waren, Städte und Dörfer am Tejo zu plündern, um Lebensmittel für Junots Truppen zu besorgen. Dies waren also 15.000 potentielle Gegner und Arthur hatte immer noch offiziell das Oberkommando über das englische Feldheer. Als Burgersh ihm diese Information überbracht hatte, hatte der General lange mit sich gekämpft und sich die Frage gestellt, wie er handeln sollte. Auf Dalrympel warten und Feindkontakt vermeiden, oder die Horse Guards zum Teufel schicken und in die Offensive gehen. Er war Stunde um Stunde alleine mit Kopenhagen die Küste entlang geritten um ungestört nachzudenken. Die Franzosen erwarteten ihn nicht, der Überraschungseffekt würde ihm in die Hand spielen, seine Truppen waren in ausgezeichneter Form und das Gelände um Obidos bot sich für seinen Stil der Kriegführung an. Nach der Karte, die die Mönche des Klosters von Coimbra ihm geschenkt hatten, gab es ausreichend Hügel und andere natürliche Deckungen. Er würde marschieren und Delaborde und Loison stellen. Diese Gelegenheit war zu günstig, um sie sich entgehen zu lassen.

Auf dem Rückweg nach Lavaos rechnete er sich aus, daß das Feldheer in weniger als einer Woche bei Obidos sein konnte. Und er hatte noch ausreichend Zeit, die geographischen Gegebenheiten auszukundschaften und dann seinen endgültigen Plan für einen Kampf mit den Franzosen zu entwickeln. Zuerst Loison und Delaborde. Junot selbst stand mit zwölftausend Mann vor Lissabon. Er war Wellesleys nächstes Ziel. In weniger als zwei Wochen, konnte er sich beiden Truppenkontingenten stellen. Und sein irischer Teufel ritt ihn: Er war Englands einziger ungeschlagener General und er verstand sein Handwerk! Bevor man ihm sein Kommando wegnahm, wollte er sich zumindest ein einziges Mal mit den Soldaten Bonapartes messen und mit einem französischen Marschall. Und wenn dies seine letzte Handlung als Offizier Seiner Majestät sein sollte. Und dann zum Teufel mit den Horse Guards und Frederick von York. Sollte Dalrympel das Kommando doch übernehmen. Er würde dieser Armee den Rücken kehren und sich in Kildare seinen Pferden, der Jagd und guten Büchern widmen. Sollten sie ihm in London ruhig Arroganz und Überheblichkeit vorwerfen. Bereits in Indien hatte er es nicht verkraften können, wenn Tölpel versucht hatten, ihn herumzukommandieren. Heute konnte er es noch weniger ertragen, als früher. Doch er hatte inzwischen gelernt seine Gefühle zu verbergen und niemanden durchschauen zu lassen, wie er reagieren würde. Die alten Männer in den Horse Guards hatten völlig recht. Er war arrogant und überheblich und er konnte es nicht mehr hinnehmen, Befehle zu empfangen. Arthur konnte nicht mehr dienen, wo er nicht befahl oder zumindest dem Kommandeur gegenüber auf professioneller Ebene Respekt empfand. Moore oder Paget wäre er durch alle Feuer der Hölle gefolgt. Von Dalrympel und Burrard würde er keine Anweisungen entgegennehmen. Er faßte Kopenhagens Zügel nach und daß Pferd wölbte den Hals. Dann ließ er seinen Hengst in einen ruhigen Galopp fallen. Bevor er wieder in seinem Hauptquartier war, mußte er seinen innere Ruhe wiederfinden. Der einzige Weg hierzu, war die körperliche Anstrengung auf dem Pferderücken. Wellesley wählte einen Weg durch den Wald. Umgefallene Bäume stellten natürliche Hindernisse dar und er ließ Kopenhagen springen. Das Pferd vertraute seinem Reiter völlig. Über eine Böschung lenkte er das Tier einen steilen Abhang hinunter in den Mondego und auf der anderen Seite wieder hinauf. Eine Stunde später kamen beide müde und verschwitzt, aber zufrieden in Lavaos an. Arthur drückte Dunn Kopenhagens Zügel in die Hand und lief zum Fluß hinunter. Er legte seine Kleider ab und sprang ins kühle Wasser. Er war froh, wieder klar denken zu können.

Copyright Peter Urban 61470 Heugon France

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